Archaeological evidence - traced a hundred years ago
Bernhard Salin: "Die altgermanische Thierornamentik", Stokholm 1904:Page 353:
"Bevor wir zu einer kurzen Erörterung der absoluten Chronologie übergehen, dürfte es angezeigt sein noch einmal in grösster Kürze die Ergebnisse der vorhergehenden Untersuchungen zusammenzufassen, wenigstens was die Kulturströmungen betrifft. Wir gehen aus von den Ländern am Schwarzen Meer, und denken uns die nördliche Küste mit der Krim als Centralpunkt. Von hieraus ergoss sich ein Strom zunächst in der Richtung nach Ostpreussen, welcher dann die Richtung nach Westen gegen Dänemark hin nahm und von dort nach der skandinavischen Halbinsel ablenkte, besonders nach Norwegen. Dieser Kulturstrom wurde abgeschnitten, als Fibeln wie Fig 17, 21 und 100 ihre ausbildung erhalten hatten, aber bevor Fibeln wie Fig. 16 fertig waren. Ich bin im Laufe meiner Studien mehr und mehr zu der Ueberzeugung gelangt, dass dieser Kulturstrom zu grossem Teil zugleich eine Völkerbewegung bezeichnet. "
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"Wir wenden uns jetzt dem südgermanischen Strom zu, der, gleichfalls von der Krim ausgehend, erst recht in Bewegung kam, als die Fibeln vom Typus Fig. 16 völlig ausgebildet waren, und sich dann gen Westen über Mitteleuropa ausbreitete. Seine Formen sind auf nordischem Gebiet fremd und den Ursprung der nordischen Thierornamentik findet man bei ihnen nicht. So weit mir die Verhältnisse jetzt bekannt sind, ist da nichts, was dafür spräche, dass zwischen den jüngsten Formen südgermanischen Ursprunges und den von nordgermanischem Gebiet nach Mitteleuropa verpflanzten Formen ein grössere Zeitabstand liegt, woraus erfolgt, dass, da sie allem Anschein nach nicht lange neben einander existirt haben, die frühesten Formen von nordgermanischem Typus, die auf südgermanischem Gebiet auftreten, gleichzeitig sein müssen mit den spätesten Formen von rein südgermanischem Ursprung. … Diese Fibelform giebt sonach der Zeitpunkt für den Beginn der Kulturströmung in der Richtung von Norden nach Süden. Bald danach breitet sich die nordische Thierornamentik auch über Mitteleuropa und Italien aus."